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Militsch
(Milicz)


51°32' N - 17°17'
O
Militsch (Kreisstadt), Prausnitz, Sulau, Trachenberg.
Die Städte Militsch (Milicz) und Trachenberg (Zmigród) liegen an der Bartsch im östlichen Niederschlesien. Die Burg Militsch wurde 1136 erstmals erwähnt, sie galt später als die festeste Burg im nördlichen Schlesien. Um 1300 entwickelte sich aus dem anliegenden Marktort die Stadt Militsch. Trachenberg wurde 1253 von Herzog Heinrich III. von Schlesien gegründet. Burg und Stadt Trachenberg waren Mittelpunkt und Bollwerk in den schlesisch-polnischen Grenzfehden des Mittelalters und der frühen Neuzeit.

Stadtansicht.

Schloss. Die erste
Besiedlung dürfte im 11. Jahrhundert erfolgt sein. Bereits 1136 wird die
Burg Miliche in einer Bulle des Papstes Innozenz II. erwähnt, als
Eigentum des Bistums Breslau. 1223 besaß Militsch eine Pfarrkirche. Im
12. Jahrhundert war es Sitz einer Kastellanei der Piasten, 1245 erfolgte
die Erhebung zur Stadt. 1331 fiel die Stadt vorübergehend an Böhmen,
1358 wurde die Stadt mit der Burg von den Breslauer Bischöfen an die
Piasten aus Oels verkauft, die die gotische Burg im heutigen Schlosspark
erbauten.
1492 starb der letzte
piastische Herzog von Oels und das Ländchen wurde als erledigtes Lehen
vom König Vladislav II. (Böhmen und Ungarn) Jagiellonicus eingezogen.
Der König verlieh 1494 Militsch an seinen Kämmerer Sigismund III.
Kurzbach. Dieser hatte bereits 1492 Trachenberg von seinem König
erhalten. Beide Herrschaften wurden zu einer Freien Standesherrschaft,
der ersten in Schlesien, vereinigt. Nach dem Tode Sigismunds wurden die
Güter unter seinen Söhnen aufgeteilt und es entstanden zwei
Mini-Staaten, die Standesherrschaften Trachenberg und Militsch. Die
Kurzbach betrieben energisch die deutsche Kolonisierung des bisher dünn
besiedelten, vornehmlich polnischen Landes, indem sie viele Bauern aus
Schwaben anwarben; unter den Kurzbach wurde das Militscher Land zum
schlesischen Zentrum der Karpfen-Zucht, viele riesige Teiche wurden
angelegt, der größte hatte die Fläche von 500 Hektar. Die letzte Erbin
der freien Standesherrschaft, Eva Popelia Kurzbach geb. Gräfin von
Lobkowitz, trat 1591 ihr Erbe an ihren Ehemann Joachim von Maltzan ab.
Somit ging die Herrschaft an die Familie Maltzan über, bei denen sie bis
1945 verblieb. 1742 wurde Schlesien preußisch. Unter der preußischen
Herrschaft betätigten sich die Grundherren von Militsch als
Industriegründer, indem sie mehrere Tuchmanufakturen und andere
Textilbetriebe schufen. Die Maltzans errichteten auch die evangelische
Gnadenkirche, das barocke Schloss und die katholische Annenkirche. Ab
1816 war Militsch Sitz eines Landkreises. Das 19. Jahrhundert brachte
weitere Entwicklung der Stadt: 1809 verloren die Maltzan ihre
Feudalrechte, schon um 1850 besaß Militsch ein neues Rathaus (1945 beim
Einmarsch der Roten Armee zerstört), Kanalisation und Wasserleitungen.
1875 erhielt die Stadt Eisenbahnverbindungen mit Oels, Breslau und
Krotoschin, etwa 20 Jahre später auch eine Schmalspurbahn, die die Stadt
u.a. mit Trebnitz, Trachenberg und Breslau verband. Das Schloss barg
wertvolle Kunstschätze: Deutschlands größte Kollektion von Wanduhren,
eine große Kupferstich-Sammlung (Wert im Jahre 1914: 13 Millionen
Goldmark), eine Gemäldegalerie und eine reichhaltige Bibliothek. Dies
alles, soweit nicht schon 1944 von den Maltzan nach Österreich oder
Westdeutschland überführt (Maria Gräfin von Maltzan - erzählt indessen, dass nichts gerettet werden
konnte), verschwand 1945, um die sowjetischen Kunstsammlungen zu
bereichern.
1945 kam Militsch vorläufig
zu Polen. In der Stadt lebten noch monatelang sowjetische Soldaten, die
u.a. die Gräber des Grafen Andreas († 1921) und seiner Frau plünderten
und die Knochen im ganzen Schlosspark verstreuten. Die verbliebene
deutsche Bevölkerung wurde bis 1947 vertrieben. Die Stadt war bis 1975
Sitz des Powiat Milicki, dann bis 1999 eine Stadt- und Landgemeinde in
der Woiwodschaft Breslau. Seit 2000 ist Milicz wieder eine Kreisstadt.
Einwohnerentwicklung
Im Jahr 1939 hatte die Stadt 5.390 Einwohner. 2008 waren es 11.899
Einwohner.
Sehenswürdigkeiten
Pfarrkirche zum Heiligen Andreas Bobola
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Palais der Grafen von Maltzan, Barock
und
Klassizismus, 18. Jahrhundert, errichtet von
Carl Gottfried Geißler;
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Ruinen des gotischen Schlosses der Piasten von
Oels, 14. Jahrhundert (im Schlosspark, gesprengt im Zweiten
Weltkrieg);
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Schlosspark, um 1800, der erste englische Park in Schlesien;
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Pfarrkirche zum Heiligen
Andreas Bobola, ehemalige evangelische Gnadenkirche zum Heiligen
Kreuz, 1709–1714, Fachwerkbau, Barock und Rokoko;
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Pfarrkirche zum Heiligen
Erzengel Michael, vor 1945 die katholische Pfarrkirche der Stadt,
Klassizismus, 1821.
Mit der Stadt verbundene
Persönlichkeiten
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Guhr,
Karl schlesischer Komponist;
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Guhr,
Friedrich
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Agnes Franz, Schriftstellerin, hier geb. 1794
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Johann Gottlieb Langner, Transportunternehmer, hier geb. 1814;
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Maria Gräfin von Maltzan, Tierärztin, Mitglied des Widerstands,
hier geb. 1906; (*1909?)
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Walter von Reichenau, deutscher Generalfeldmarschall,
Schwiegersohn des Grafen Andreas von Maltzan (Schwager der Obigen),
feierte seine Heirat mit Alix von Maltzan als junger Hauptmann
im April 1919 in der Gnadenkirche.
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Horst Bartnig, deutscher Maler, hier geb. 1936;
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Choyke,
Isidor

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