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Elternhaus
Die Jugend Kuba Die Flucht
Vater,
der Deutsche Zwangsarbeiter
Georg
Wilhelm R a t h a y In die Sowjetunion am 19.1.45 verschleppt, im Vernichtungslager zur Zwangsarbeit gezwungen, nach 2,5 Jahren
an Erschöpfung und Unterernährung verstorben. Vorher noch, sind ihm 4 Fußzehen abgefroren.
30.01.2002 Zwangsarbeiter Rathay 100 Jahre
Das
Lager 5998 in Stryj / Das
Lager 275 Lemberg
Gefangenen
Post aus Russland
Am 30.1.2002 jährte sich der 100. Geburtstag unseres Urgroßvaters,
Großvaters und Vaters, Herrn Georg Wilhelm Rathay (*30.01.1902 -
† 26.07.1947). Gestorben
als Zwangsarbeiter in der damaligen Sowjetunion. Der Witwer (seine Frau, unsere
Mutter wurde ermordet: Bauchschuss am 9.11.1945) und
alleinerziehender Vater dreier Kinder (4, 13, 16) wurde von den Sowjets
am 19. Jan. 1945 Verschleppt, über Tichau, Frankfurt/Oder (?) nach Lemberg verbracht
und dort in das Lager Nr. 275 / M3 geworfen
( Anm. vom 15.10.03:
am 29.1.45 bei
Tichau (Tychy)
eingefangen)
und zu Zwangsarbeit in der Ukraine
gezwungen. Sein Grab ist unbekannt.
(Anm. vom
15.10.03, am Friedhof des Lazaretts 5998 in Stryj, Planquadrat 19, Grab
10, Zeichen: 19/10). Gestorben,
nach Unterlagen des RGVA, am
26.07.1947 in Stryj, Ukraine. Hinterlassen hat er drei Kinder, 10 Fotographien sowie eine Postkarte (Kriegsgefangenen
Post).
Verschleppt am 19.1.45, also noch
vor der Befreiung von Oświęcim (27.01.1945). Dieses Kriegsverbrechen, die Verschleppung von Zivilsten in die damalige Sowjetunion stellt ein solches dar, kann auch nicht mit "Auschwitz" begründet/entschuldigt werden.
Von diesen 100 Jahren lebte er 45,5 Jahre, davon 2,5 als Zwangsarbeiter. Zwei Kriege und eine Inflation hat er durchleben müssen –
kein einfaches leben – und ein schreckliches Ende.
Georg Wilhelm Rathay war kein Soldat, kein NAZI, kein
politischer Mensch. Sein Wahlspruch lautete:
"Politik
und Hure, fahren eine Fuhre".
Er wurde als Zivilist gefangen genommen und verschleppt.
Die Umstände seiner Ermordung (Anm.
vom 15.10.03, gestorben an Unterernährung und Erschöpfung)
wie auch die Umstände der Ermordung der Helene Karoline, unserer
Mutter sind nicht vollständig aufgeklärt.
Meister
(Aufseher) Rathay mit Lehrling auf dem Holzplatz der Grube. 1944.
Nachforschungen
Vater, ein Deutscher Zwangsarbeiter
Ich habe beschlossen, die letzten Stunden unseres Vaters
auszuleuchten. Ich möchte doch wissen, wie es ihm ergangen ist in der
Zwangsarbeit, in der Sowjetunion, in der Ukraine? Hat er an uns, seine Kinder gedacht? Zum
Glück konnte er nicht wissen, dass ein halbes Jahr nach seiner Verschleppung
unsere Mutter ermordet worden ist. Er konnte sich damit beruhigen, dass
ja die Helene bei den Kindern ist und für sie sorgt. Er hat es nie erfahren, dass er
Witwer gewesen ist und dass seine drei Kinder auf verschiedene Orte verteilt
wurden. Während unser Vater in der Ukraine Zwangsarbeit leistete, haben wir, drei Vollwaisen ums nackte Überleben gekämpft.
Die
Übersetzung der Akten ergab schreckliches:
die Verschleppten hatten nur ungeheizte Räume, im Gefängnis, mitten in der
Stadt Lemberg. In den strengen ukrainischen Wintern sind unserem Vater drei
Zehen am rechten Fuß abgefroren. Er kam fällig unterernährt ins Lazarett, zunächst
in Lemberg, wurde dann nächsten Tag mit einem Transport, zusammen mit 21
anderen Kranken nach Stryj verbracht. Drei Kranke, darunter unser Vater, waren
im kritischen Zustand:
Herr Ganze, Joseph, Sohn von Peter und
Herr Kel, Joseph, Sohn von Josef.
Deutscher Zwangsarbeiter
In den letzten Monaten des Krieges, noch vor dem Kriegsende, wir
lebten im Südosten Deutschlands direkt an der polnischen Grenze, wurde unser Vater verschleppt,
interniert, zur Zwangsarbeit gezwungen.
Es ist ein Kriegsverbrechen, Zivilisten als Zwangsarbeiter außer
Landes zu verbringen.
Unsere Heimatstadt wird polnisch
verwaltet, es ist Hindenburg OS (Zabrze). Es war bis 1925 das größte
"Dorf Europas".
Eine polnische Zeitung (das Stadtmagazin) hat Recherchen aufgenommen, um die Zustände
nach Einmarsch der Russen zu eruieren. Sie hat folgendes herausbekommen
und veröffentlicht:
"Die Vertreibung"
"Aus Hindenburg (Zabrze)...........wurden in den ersten Monaten des Jahres 1945 einige Tausend Personen von der
Roten Armee interniert. Das waren vor allem Bergarbeiter, Deportierte zu
Zwangsarbeiten. Es fehlten dort Arbeitskräfte."
Darunter war auch unser Vater, Georg W. Rathay.
Der Versuch, zu dieser Zeitung Kontakt herzustellen, blieb bis heute
ohne Erfolg. Ich warte noch auf Antwort.
Weitere Versuche über das Schicksal Deutscher Zwangsarbeiter
näheres zu erfahren, brachten mich mit dem russischen Historiker, Prof. Dr. Pavel M. Polian zusammen.
Dr. Pavel Markovic Polian wohnt in Moskau und kennt sich bestens
aus, im
"Russisches
Staatliches Militärarchiv"
Rossijskij
Gosudarstvennyj Voennyj Archiv,
RGVA,
ul. Admirala Makarova, 29,
125212 MOSKAU.
Direktor, Herr Vladimir Nikolaevich Kuzelenkov.
Inhalte
des RGVA
Akten von Kriegsgefangenen, displaced persons
und von in der
UdSSR Verstorbenen.
Prof. Dr. Pavel Markovic Polian
Ich hoffe doch sehr, dass Herr Prof. Polian dort etwas über unseren Vater
findet.
Er wird die Akten fotokopieren. Ich werde es im
Internet, auf meiner Homepage veröffentlichen.
Die Akte des Zwangsarbeiters Georg Rathay
Prof. Dr. Pavel M. Polian hat 22 Seiten Fotokopien
mitgebracht!
Utschetnoje Djelo
Учётное Дело
Personalakte - Registratur
Am 29.01.1945, von der Straße weg, von
der 59. Armee, bei Tichau (Kreis Kattowitz) verschleppt...
Er ging aus dem Hause und kam nicht mehr zurück. Wir haben 58 Jahre lang
gewartet Die Kinder des gefangenen wurden
ÄLTER dargestellt!
24-28
Januar 1945
wurde
Hindenburg von der Roten Armee eingenommen. In der Stadt wurde die
Militär Kommandantur eingerichtet. Es wurden ganze Industriebetriebe
abgebaut und geraubt. Geplündert wurden Geschäfte und Häuser. Es wurde
vergewaltigt.
Viele
Hindenburger Bergbauarbeiter wurden nach Russland verschleppt und dort zu
Zwangsarbeit gezwungen. Nur wenige haben es überlebt.
Volkssturm Bataillone
des Kreises Kattowitz
Angehöriger des Volkssturmes im Kreis Kattowitz
Letzte eigene Nachricht vom Januar 1945.
Das Ergebnis aller Nachforschungen führte zu dem Schluss, dass
Johann Grabowski mit hoher Wahrscheinlichkeit bei den Kämpfen,
die von Mitte Januar bis Anfang März 1945 im Raum Kattowitz geführt
wurden, gefallen ist.
Zur Begründung wird ausgeführt:
Am 12. Januar 1945 traten starke Verbände der
Roten Armee 80 Kilometer Südostwerts Kielce aus ihrem Weichselbrückenkopf
bei Baranow und Sandomierz zur Offensive gegen die Stellungen der
Heeresgruppe Mitte an. Mit einer Übermacht von 90 Schützendivisionen
und 15 Panzerkorps gelangen dem Gegner tiefe Einbrüche nach Südwesten
in Richtung Krakau und nach Nordwesten in Richtung Tschenstochau.
Am 19. Januar nahmen Sowjetische Panzerverbände Krakau in Besitz,
um kurz darauf nordwestlich von Kattowitz die deutsch-polnische
Grenze zu überschreiten und über Laurahütte, 8 Kilometer ostwärts
Königshütte, nach Beuthen und in das 35 Kilometer weiter
Nordostwerts liegende Warthenau vorzustoßen. Beide Städte gingen
am 24. Januar verloren.
Die Volkssturm-Bataillone
des Kreises Kattowitz wurden mit anderen Alarm-Einheiten, nach
teilweise erst dreiwöchiger infanteristischer Ausbildung, in
verlustreiche Abwehrkämpfe im Raum um Kattowitz und nordwestlich
Krakau verwickelt.
Im umfassenden Vorstoß von Norden und Süden besetzte der Gegner
am 24. Januar die Städte Oppeln, Gleiwitz und Hindenburg ,
während die nach der Einnahme von Krakau in Richtung Ratibor
weiter vordringenden Teile der sowjetischen 59. Armee am 28.
Januar 1945 Kattowitz zur Übergabe zwangen. (Anm.
vom 15.10.03: am 29.1.45 wurde unser Vater bei Tichau / Tychy
festgenommen und nach Lemberg/Stryj verbracht). Ein Heimkehrer
berichtete: "...Wir waren in Lazisk, 20 Kilometer südwestlich
von Kattowitz, von allen Seiten vom Gegner umzingelt. Meine
Kompanie wurde bis auf wenige Überlebende völlig
aufgerieben.".
Der Verlust von Kattowitz bedeutete zugleich den Verlust des
oberschlesischen Industriegebietes; die an ihrer Südflanke
bedrohte 17. Armee musste bis zur Oder zwischen Ratibor und Cosel
zurückgenommen werden. Wenigen Angehörigen der zerschlagenen
Volksstur-Bataillone
des Kreises Kattowitz gelang der Ausbruch nach Westen, der Rest
ging in die Kriegsgefangenschaft.
Seitdem werden viele Angehörige der Volksturm-Einheiten, die im
Raum Kattowitz eingesetzt waren, vermisst. Für einige von ihnen
liegen Heimkehreraussagen vor, dass sie gefallen sind. Darüber
hinaus aber viele bei den Häuser- und Straßenkämpfen und bei
den Panzerangriffen den Tod gefunden, ohne dass es von Kameraden
gesehen wurde.
Für den Verschollenen gibt es keinen Hinweis, dass er in
Gefangenschaft geriet oder in einem Kriegsgefangenenlager gesehen
wurde. Alle diese Feststellungen zwingen zu der Schlussfolgerung, dass
er gefallen ist.
München, den 08. Januar 1971
Max Heinrich Direktor
Lemberg /
L´viv - Samarstynew
Im Jahr 2002 wurde der Kriegsgefangenenfriedhof in L´wiw (Lwów)
wiederhergestellt. Auf dieser Anlage ruhen 320 Kriegsgefangene
verschiedener Nationen in Einzelgräbern. Die Anlage ist 2.100
Quadratmeter groß und wird durch einen Metallgitterzaun (137 m)
umgeben.
Die Gräber werden durch vier Symbolkreuzgruppen aus Basalt
gekennzeichnet. Zentrales Mahnmal ist ein drei Meter hohes
Basalthochkreuz.
Hier befindet sich auch die zweisprachige Gedenkaussage auf einem
Basaltstein:
HIER RUHEN KRIEGSGEFANGENE, OPFER DES ZWEITEN WELTKRIEGES
Ruht hier unser
Vater?
Potylicz / Potelitsch
Bereits während des Zweiten Weltkrieges legte die deutsche Wehrmacht an
einem Hang in der Nähe der Stadt Rawa Russka diesen Soldatenfriedhof für
ca. 400 Gefallene an.
Die Gebietsverwaltung Zhowkwa stellte dem Volksbund insgesamt drei
Hektar Gelände, unter Einbeziehung des ursprünglichen Friedhofes, zur
Verfügung. Hier, am Rande des Dorfes Potylicz, werden nun alle Toten,
die der Volksbund im Lemberger Gebiet (L`viv, Westukraine) bergen kann,
zugebettet. Der Friedhof wurde mit einem Metallzaun eingefasst und an
den Rändern bepflanzt. Der Besucher betritt den Friedhof durch ein
schlichtes Eingangsgebäude. Von hier führt ein gepflasterter Weg aufwärts
zu dem zentralen Platz mit Hochkreuz. Nach Abschluss der Einbettungen
werden im Halbkreis um das Hochkreuz die Namen und Daten der hier
Ruhenden auf Granitstelen angebracht, die am Randes des jeweiligen
Belegungsblockes aufgestellt werden.
Die Belegungsflächen sind mit Symbolkreuzgruppen gekennzeichnet.
Bisherige Belegung über 4.000 Tote.
Am 06. Juni 1998 wurde der Friedhof unter großer Anteilnahme der
Gemeinde feierlich eingeweiht.
KG - Lager bei Lwow (L´viv) / Stryj


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Vater im sowjetischen Vernichtungs-Lager in L´viv (Lwów, Lemberg)
Juli 1947
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Lazarett
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Todestag
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