Gêborski, Czes³aw (Gemborski)
Kommandant in Todeslager-Lamsdorf (£ambinowice)
Kriegsverbrecher und Massenmörder (Zbrodniarz wojenny) (mass
murderer,
war criminal)
Geboren:
5.06.1924, Dombrowa (D¹browa Górnicza), Kleinpolen
Gestorben: 14.06.2006 (ohne Verurteilung)
Es sind an die 6.000 Deutsche Opfer in diesem polnischen Vernichtungs-KZ zu beklagen!
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Die Behörden haben es erreicht, dass dieser Mörder, ohne Bestrafung abgehen durfte. Der himmlische Richter wird es ihm besorgen!
Morel, Salomon (Solomon, Schlomo, Shlomo)
* 15.11.1919,
Garbów (Kreis Pulawy)
http://www.ipn.gov.pl/deu_a_morel.html
http://www.wirtualnapolonia.com/teksty.asp?tekstID=9263
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Die Hölle wartet .... Gott wird dich bestrafen!
Er ist "stolz" darauf, viele Deutsche ermordet zu haben.

Kommandant im Todeslager KZ "Zgoda" in Schwientochlowitz (Febr. bis Nov. 1945)
http://de.wikipedia.org/wiki/Salomon_Morel
(LA RICERCA DI MOREL
di Maurizio Blondet
La Polonia ha rinnovato ad Israele la richiesta di estradizione per Solomon
Morel, accusato di atrocità indicibili in un campo di concentramento sovietico.
Morel fu posto dagli occupanti sovietici a comandare il lager di Swietochlowice
immediatamente dopo la seconda guerra mondiale. Nel campo furono ammassati in
particolare uomini, donne e bambini di cittadinanza polacca, ma di etnia
tedesca, precedentemente privati di tutti i loro averi.
Secondo quanto ha appurato un'inchiesta giudiziaria polacca nel 1994, Solomon
Morel, in quanto comandante del campo, aveva personalmente ucciso dei bambini
spaccandogli la testa contro i muri; picchiato a morte degli internati a colpi
di bastone; inserito oggetti nell'ano di prigionieri, causando dolore estremo;
obbligato donne e bambini a stare nudi all'aperto a temperature sotto zero;
costretto detenuti a mangiare le feci; fatto morire prigionieri di fame.
Per questi motivi, contro Morel la magistratura polacca ha elevato l'accusa di
crimini contro l'umanità.
Si ritiene che nei campi sovietici creati nel dopoguerra nelle zone occupate
dall'Urss, siano stati fatte morire, per fame, torture e privazioni, 80 mila
persone.
Invariabilmente, i comandanti di questi capi di sterminio erano comunisti ebrei.
Secondo il Telegraph di Londra, che ha rievocato questa tragedia ignorata il 5
gennaio 2005, "Stalin scelse deliberatamente degli ebrei come comandanti dei
campi, sapendo che non mostravano alcuna pietà per i detenuti" (1).
Anche Morel, essendo ebreo, è riparato per tempo a Tel Aviv dopo la caduta dei
regimi comunisti all'Est. Pare che il governo israeliano lo abbia assistito
nella fuga.
Oggi, a 86 anni, vive impunito; ed è stato anche intervistato per il talk-show
"60 Minutes" da una tv americana. Alle ripetute richieste dei giudici polacchi
il governo israeliano ha però risposto che Morel risultava irreperibile.
Eva Kok, procuratrice dell'accusa in Polonia, ha replicato: "gli israeliani sono
straordinariamente efficienti nel perseguire personaggi accusati degli stessi
crimini [per cui la Polonia accusa Morel, 'crimini contro l'umanità']; devono
accettare il fatto che altri Paesi vogliono fare lo stesso". La questione del
criminale Morel non deve, ha aggiunto, "essere nascosta sotto il tappeto"
di Maurizio Blondet)
Helena Woliñska-Brus
Geboren als: Fajga Mindla Danielak (Ochsmann)
* 1919
Lebt
in Groß-Britannien, verheiratet mit Prof. W³odzimierz Brus
(Witwe: Franciszek JóŸwiak, ps. Witold (20.12.1895 - 23.12.1966))

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Potok, Lola
Lagerkommandantin in Gleiwitz
Lola Potok - naczelnik
wiêzienia w Gliwicach
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Studniberg, Chaim
Direktor aller
KZ-Lager und Gefängnisse in Schlesien


Frenkiel, Adam

Gerichts-Mörder
Eisenstein, Berek

Krawiecki, Adam

Singer, Szlomo (Shlomo)

Polen
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde in Polen in
den vorher - bis 1918 - zu Deutschland (Deutsches Reich) gehörenden Gebieten das
ehemalige deutsche Kriegsgefangenenlager Szczypiorno vom polnischen Staat als
Internierungslager für die in ihrer Heimat verbliebene deutsche Zivilbevölkerung
weitergenutzt, ebenso das Lager Stralkowo. Es kam dort zu schwersten
Menschenrechtsverletzungen und unmenschlichen Quälereien (Folter) wie sie für
Konzentrationslager kennzeichnend sind.
Nach 1926 wurden weitere KZ eingerichtet, nicht nur für Deutsche, sondern auch
für Ukrainer und andere Minderheiten in Polen sowie für polnische
Oppositionelle, die Lager Bereza-Kartuska und Brest-Litowsk. Über die Zahl der
dort Inhaftierten und Ermordeten wurden offizielle Zahlen nicht bekanntgegeben.
Von Anfang bis September des Jahres 1939 kamen weitere Lager für Deutsche hinzu,
u.a. in Chodzen. Es kam in diesem Zeitraum zu einer gesteigerten Anzahl von
Massenverhaftungen und Pogromen an der deutschen Bevölkerung, die zur Flucht von
Zehntausenden führte. Aus 1131 Ortschaften in Posen und Pommerellen kam es zu
Verschleppungsmärschen in Lager.
Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht am 1. September 1939 kam es zum
Pogrom des so genannten Bromberger Blutsonntag vom 3. September 1939.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es im Zuge der Vertreibung der deutschen
Zivilbevölkerung aus den Gebieten des Deutschen Reiches, die damals unter
polnische Verwaltung gestellt wurden und seitdem zu Polen gehören, zur
Errichtung von 1255 Konzentrationslagern mit einer Sterblichkeitsrate von 20 bis
50 %, z.B. in Tost (Toszek), Lamsdorf, Potulice, Schwientochlowitz. Tost stand
allerdings nicht unter polnischem Oberkommando, sondern war ein Lager des
sowjetischen NKWD. In den Lagern wurden Mißhandlungen, exzessive Grausamkeiten
und planmäßige Morde verübt. Besonders bekannt wurden die Fälle der
Lagerkommandanten Lola Potok, Czeslaw Geborski und Salomon Morel. Der in
jüngster Zeit ergangene Auslieferungsantrag des polnischen Staates bezüglich
Morels an Israel als dessen jetzigem Aufenthaltsort wurde abschlägig beschieden,
da Israel auch Staatsbürger, die der Verbrechen gegen die Menschlichkeit
beschuldigt werden, nicht an andere Staaten ausliefert.
Bei den Inhaftierten handelte es sich nicht um NS-Täter, sondern um deutsche
Wohnbevölkerung, die 1945 nicht schnell genug hatte fliehen können.
Inhaftierungsgrund war nicht irgendeine persönliche Täterschaft, sondern die
deutsche Nationalität oder Sprache. Die Bevölkerung ganzer Dörfer - vom Säugling
bis zum Greis - wurde in Lager verschleppt, dort ermordet oder vorsätzlich dem
Hungertod ausgesetzt. Dabei spielte auch die etwaige polnische
Staatsangehörigkeit, die manche hatten, keine Rolle.
Proteste des amerikanischen Roten Kreuzes, des US-Senators Langer (North-Dakota),
des britischen Botschafters Bentinck und des britischen Premierministers Winston
Churchill bei der polnischen Regierung mit der Mahnung, sich an die Genfer
Konvention und das Völkerrecht zu halten, bewirkten nichts.
Belegt ist die Zahl von mindestens 60.000-80.000 Menschen, die in diesen Lagern
der Nachkriegszeit ums Leben kamen.
Quellen
Congressional Record, Senate, Vol. 92, 2. August 1946 (Evacuation and
Concentration Camps in Silesia)
US-Nationalarchiv, Washington
Parliamentary Debates, House of Commons, Fifth Series, Vol. 413, London
Provinzgericht Kattowitz, Polen
Staatsarchiv Kattowitz, Polen
Archiv des IKRK (Internationales Komitee des Roten Kreuzes), Genf
Zivilverschollenenliste des Suchdienstes des DRK
UOKG (Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft): Dokumentationen
der Einzelverbände
Deutsches Bundesarchiv, Koblenz: Dokumentation der Vertreibungsverbrechen
Deutsches Bundesamt für Statistik
Bundesministerium für Vertriebene: Dokumentation der Vertreibung der Deutschen
aus Ost-Mitteleuropa, Bonn 1953-1962
Zentralstelle des Kirchlichen Suchdienstes: Gesamterhebung zur Klärung des
Schicksals der deutschen Bevölkerung in den Vertreibungsgebieten, München 1965
John Sack- Collection, Boston University
Literatur
John Sack, An Eye for an Eye (Basic Books, A Division of HarperCollinsPublishers,
1993)
John Sack, Auge um Auge (Ernst Kabel Verlag, Hamburg 1995)
Alfred M.de Zayas, Die Anglo- Amerikaner und die Vertreibung der Deutschen (C.H.Beck,
München 1979 und dtv-Taschenbuch, 1980)
Heinz Nawratil, Schwarzbuch der Vertreibung 1945-1948 (Universitas Verlag, 1982)
Heinz Esser Die Hölle von Lamsdorf (Bonn 1971)
http://www.wissens-quiz.de/wissen/bildung/wikipedia/k/ko/konzentrationslager.html
http://www.hiddenmysteries.org/conspiracy/coverups/sack.html
Polnisch: http://www.raportnowaka.pl/news.php?typ=news&id=187&page=3
http://www.opfergang.de/po_sack.htm
Pinka M¹ka
Auch einer! (Kein Foto).
..........
Adam Krawecki


Auge um Auge
Es überrascht kaum, daß die Darstellung jüdischer Racheakte an Schlesiern 1945 nicht in Deutschland geschrieben wurde (ein deutscher Autor wäre von der hiesigen liebedienerischen Justiz mit einiger Wahrscheinlichkeit für unabsehbare Zeit hinter Gitter geschickt worden), sondern in den USA - von John Sack, einem amerikanischen Juden.
"Bis vor kurzem", behauptet der amerikanische Autor John Sack, "war es mir beinahe egal, ob mein Buch 'Auge um Auge' auch in einer deutschen Ausgabe erscheinen würde oder nicht." Inzwischen ist er anderer Meinung: "Alle möglichen Gerüchte laufen umher, und um der Juden willen, um der Deutschen willen und um der Wahrheit willen muß dieses Buch nun unbedingt veröffentlicht werden."
In nächster Zeit kann Sack, 64, jedoch nicht damit rechnen. Der Münchner Piper-Verlag hat die Auslieferung von "Auge um Auge" im Februar gestoppt, 6.000 bereits gedruckte Exemplare werden eingestampft. In einer Pressemitteilung begründete dies Viktor Niemann, der neue Leiter des unlängst an die schwedische Bonnier‑Gruppe verkauften Verlagshauses: "Offensichtlich ist es so, daß dieses Buch zu dem Mißverständnis Anlaß geben könnte, als ließe sich der Holocaust mit anderen Verbrechen aus dieser Zeit vergleichen oder gar aufrechnen."
Der historische Hintergrund von Sacks "Skandalbuch" (Die Woche) ist die gewaltsame Vertreibung von fast 15 Millionen Deutschen aus Ost- und Mitteleuropa im Gefolge des Einmarschs der Roten Armee 1945. Über die Opfer dieser Zwangsumsiedlung wird wenig geredet ‑ vor allem in der Furcht, unbelehrbare Rechte könnten sie zur Relativierung der Nazi‑Verbrechen mißbrauchen.
Zwar legten die Alliierten im Sommer 1945 in Artikel XIII des Potsdamer Abkommens fest, daß die gigantische Aktion "in ordnungsgemäßer und humaner Weise" stattfinden sollte. Angesichts der Verheerungen eines von Hitler aufgenötigten Kriegs und der brutalen deutschen Germanisierungspolitik im Osten konnte davon jedoch meist keine Rede sein. Der Aufruf des russischen Schriftstellers Ilja Ehrenburg "Die Deutschen sind keine Menschen ... Töte den Deutschen" hat dabei traurige Berühmtheit erlangt.
Auch in Polen und den polnisch besetzten ehemaligen deutschen Ostgebieten wurden bereits im Frühjahr 1945 Hunderttausende Deutsche in Lagern und Gefängnissen eingeschlossen, verhört und mißhandelt. Die Nazi‑Schergen, die so zur Verantwortung gezogen werden sollten, traf diese Grausamkeit nur selten.
Von den 60.000 bis 80.000 Menschen, die nach der Schätzung des Koblenzer Bundesarchivs zwischen 1945 und 1948 in den bis zu 1.255 Lagern des kommunistischen polnischen Sicherheitsdiensts umkamen oder ermordet wurden, waren die meisten unschuldige Zivilisten, darunter viele Greise und Kleinkinder.
Diese Fakten werden auch von John Sack erwähnt, aber "Auge um Auge" ist keine umfassende Darstellung der Vertreibungsgreuel. Sack, der kein Historiker, sondern Reporter ist, behandelt nur einen regional und zeitlich begrenzten Ausschnitt: Oberschlesien 1945. In Form eines naiv erzählten Doku‑Dramas, das die Einbettung in den größeren historischen Kontext vermissen läßt, schildert er die persönliche Geschichte einer jüdischen Überlebenden von Auschwitz: Lola Potok.
Lola ist 24 Jahre alt, als sie dem Vernichtungslager entkommt, in dem zehn Angehörige ihrer Familie, darunter ihr einjähriges Kind, umgebracht worden sind. Durch diese Erlebnisse traumatisiert, sucht Lola Vergeltung. Als Kommandantin eines vom polnischen Sicherheitsdienst eingerichteten Gefängnisses in Gleiwitz übt sie für einige Monate leidenschaftliche Rache, bis sie in einer moralischen Krise, so Sack, "die Falschheit ihres Tuns erkennt und zu Gott und zur Thora zurückkehrt". Bevor sie im November 1945 aus Polen flieht, bemüht sie sich nach Kräften, den internierten Deutschen zu helfen.
John Sack hat diese Geschichte im Jahre 1986 von Lola, die seit langem in den USA lebt, selbst gehört. Und ihr Bericht veranlaßte ihn zu einer siebenjährigen Recherche. Dabei mußte er feststellen, daß es Racheakte von einzelnen Überlebenden des Holocaust nicht nur in Gleiwitz gegeben hatte. So berichtet er in seinem Buch auch über das mörderische Wirken von Schlomo Morel, dem jüdischen Kommandanten des berüchtigten Lagers Schwientochlowitz bei Kattowitz. Dort fanden zwischen Februar und Oktober 1945 mindestens 2.500 Deutsche unter entsetzlichen Bedingungen den Tod. Die "Kommission zur Untersuchung von Verbrechen gegen die polnische Nation" hat Morel 1991 zum ersten Mal vorgeladen. Der weiteren Untersuchung entzog er sich 1993 durch Flucht nach Israel.
Laut der von Sack zitierten Schätzung des Sekretärs des Sicherheitsdienstes für Schlesien, Pinek Maka, sind in Oberschlesien, aber nur dort, zeitweilig fast 75 Prozent (rund 160) der höheren Offiziere des kommunistischen staatlichen Sicherheitsdiensts, der die Internierungslager führte, Juden gewesen. Sack nimmt an, daß die sowjetisch gesteuerte Organisation absichtlich Überlebende des Holocaust auf hohe Posten setzte. Juden waren sowohl Pinek Maka als auch der Direktor der für die schlesischen Gefängnisse und Lager zuständigen Abteilung, Chaim Studniberg. Sie sind neben Lola Potok und Schlomo Morel die Hauptfiguren des Buches. Bis Herbst 1945 hatten die meisten Juden den polnischen Sicherheitsdienst aber bereits verlassen.
Der von dem polnischen Intellektuellen Adam Michnik geäußerten Überzeugung, die jüdischen Kommunisten des Jahres 1945 hätten eher als Kommunisten denn als Juden empfunden und gehandelt, folgt Sack aber nicht. Vielmehr zieht er sogar die Greueltaten in einem als "Hölle von Lamsdorf" bekannt gewordenen Lager, das unter der Leitung eines nichtjüdischen Kommunisten stand, zur Illustrierung von Chaim Studnibergs "jüdischer Rache" heran. Denn Studniberg habe von den Vorgängen in Lamsdorf gewußt und das Lager mehrfach inspiziert.
"Als ich Lolas Geschichte entdeckte", erzählt Sack, "habe ich meinen Rabbi gefragt, was neben meiner Verpflichtung als Reporter meine Verpflichtung als Jude sei." Dessen Antwort: "Du mußt das schreiben, oder du machst dich schuldig."
Sack gehört zu den Veteranen des amerikanischen Journalismus. Der Autor von acht Büchern, darunter das Vietnam-Buch "M", das zum Unterrichtsstoff an amerikanischen Colleges gehört, ist seit über 45 Jahren Reporter. Unter anderem arbeitete er für den New Yorker, für Harper's und Esquire, ferner als Kommentator und Korrespondent für den Fernsehsender CBS, auch als Kriegsberichterstatter in Korea, in Vietnam und im Irak.
Trotz seiner Reputation als Journalist von "außergewöhnlicher Integrität und Unerschrockenheit" (The Nation) hatte Sack mit "Auge um Auge" von Anfang an wenig Glück. Mehrere Jahre lang zahlten ihm der Verlag Henry Holt und verschiedene Redaktionen hohe Vorschüsse, finanzierten aufwendige Recherchen und lehnten dann doch alle den Abdruck der Geschichte ab.
Im März 1993 aber druckte schließlich die New Yorker Zeitschrift Village Voice den Teil des Buches über Schlomo Morel. "Die Geschichte", schrieb der New York Observer, sei "einfach zu heiß zum Anfassen". Ein halbes Jahr später wurde Sacks Buch vom angesehenen New Yorker Verlag Basic Books unter dem unpassenden Titel "An Eye for an Eye" veröffentlicht. Mit einem lüsternen Untertitel wurde gar der falsche Eindruck einer systematischen jüdischen Racheaktion suggeriert.
Obgleich die in den USA renommierte Fernsehsendung "60 Minutes" im November 1993 Sacks Recherchen über Schlomo Morel in einer großangelegten Dokumentation bestätigte, wurde "Auge um Auge" bis auf wenige Ausnahmen in der amerikanischen Presse meist angegriffen oder ignoriert.
Zwar hieß es in der allerersten Besprechung, die in dem kleinen Periodikum PS ‑ The Intelligent Guide to Jewish Affairs aus der Feder des bekannten jüdischen Publizisten Adam Simms erschien: "Von Auge um Auge" haben wir nichts zu befürchten, sondern viel zu lernen.‑ Doch ein Großteil der Kritik wurde vom Verriß eines Assistenz-Professors in Harvard, Daniel Goldhagen, diktiert, der im New Republic Sacks Buch eine "reine Erfindung" nannte. Die Zeitschrift Progressive vermutete, Sacks Beschreibung der Ereignisse in Polen wirke unglaubwürdig, weil das amerikanische Bewußtsein über den Holocaust inzwischen von Steven Spielbergs Film "Schindlers Liste" bestimmt sei. In der Schlußszene wird angedeutet, alle Überlebenden seien direkt nach Israel ausgewandert.
Daß die Veröffentlichung von "Auge um Auge" in Deutschland so plötzlich gekippt wurde, haben die großen amerikanischen Tageszeitungen dennoch mit einigem Erstaunen registriert. "Eine einzige Besprechung" ‑ gemeint war der "Antisemitische Rohkost" überschriebene Artikel Eike Geisels in der Frankfurter Rundschau ‑ "reichte anscheinend aus, um den Piper‑Verlag zu überzeugen, daß der Ankauf von 'Auge um Auge' ein Fehler war", wunderte sich die Washington Post über die Rücknahme des Buches. Die New York Times zitierte Ralph Giordano ("Das ist der größte Dreck") mit dem Hinweis, daß er das Buch nicht gelesen habe.
In der deutschen Presse wurde Pipers Entscheidung begrüßt. Auch die Zeit, die im Sommer 1993 noch den Nachdruck von Sacks Artikel aus der Village Voice erwogen hatte und deren Redakteur Thomas Kleine‑Brockhoff an Sacks Recherche beteiligt war, befand jetzt, die neue Leitung bei Piper habe "richtig entschieden".
Daß die Zeit ausgerechnet unter der haltlosen Überschrift "SS‑Juden" dem Autor Sack Sensationslust vorwarf und ihm ein hauseigenes Dossier über Schlomo Morel als musterhaftes Gegenbeispiel vorhielt, ist freilich ein Indiz für die Verkrampftheit und sogar Unehrlichkeit der gutgemeinten Argumentation: Die Autorin des Dossiers selbst, die Polen‑Korrespondentin Helga Hirsch, hatte für die Veröffentlichung von Sacks Buch plädiert.
Ähnlich argumentierte der Polen‑Experte Klaus Bachmann in der taz. In der Mitte seines durchaus fundierten Artikels beschied er den Leser, Pipers Rückzug sei "richtig", zum Ende stellte er ihn in Frage: "Vielleicht hätte das schlechte Buch von John Sack ja das Entstehen einiger guter Bücher über die unmittelbare Vorgeschichte der Vertreibung der Deutschen provoziert."
Was der Piper‑Verlag mit dem Verzicht auf das Buch verhindern wollte, ist nun ‑ wenn auch unter Ausschluß der Leserschaft ‑ erst recht passiert: In deutschen Feuilletons ist auf der Basis der amerikanischen Ausgabe eine Debatte eröffnet worden, die in die falsche Richtung geht.
Denn ein Großteil der Kritik sucht Sacks Buch ausgerechnet dort aus den Angeln zu heben, wo es nichts zu bezweifeln gibt: bei seinem Wahrheitsgehalt. So unübersichtlich die Anmerkungen und Quellenbelege in "Auge um Auge" auch sind, sie sind vorhanden und haben noch jeder Überprüfung standgehalten.
Sacks Quellen sind nicht nur, wie die Zeit meinte, eine "bloße Summierung von oral history". Vielmehr hat der Autor deutsche wie polnische Akten zur Verifizierung der von ihm eingeholten 150 Zeugenaussagen, darunter 48 am Geschehen direkt beteiligte Zeitgenossen, herangezogen.
Besonders gewichtig sind dabei die Verwaltungs‑, Prozeß‑ und Lagerakten aus Gleiwitz, Kattowitz und Schwientochlowitz, die erst nach dem Ende der kommunistischen Herrschaft in Polen zugänglich wurden. Als Anfang der fünfziger Jahre fast 30.000 Vertreibungsberichte für eine "Ost-Dokumentation" des Bundesarchivs ausgewählt wurden, hatte man noch davon ausgehen müssen, daß die Vorfälle "aktenmäßig oder aus sonstiger Quelle nicht oder nur unvollkommen zu belegen sind".
Angreifbar an Sacks Darstellung sind nicht die Fakten, sondern Form und Stil. Sack ist ein Vertreter des sogenannten new journalism, der im Bemühen um Authentizität hautnah aus der Sicht der Betroffenen schreibt und so Geschichte in persönlichen Geschichten faßbar zu machen sucht.
In den USA sind solche "Doku‑Dramen" beliebt, auch ein Großteil der amerikanischen Holocaust‑Literatur gehört zu diesem Genre. Man werde den Opfern nicht gerecht, wenn man das Grauen nicht direkt spürbar mache, heißt die Devise, die auch im deutschen Historikerstreit zur Forderung wider die kalte Historisierung des Nationalsozialismus wurde. Sack mag daher nicht verstehen, warum die eindringlichen Gewaltszenen in "Auge um Auge" ihm sogar in den USA den Vorwurf des "sadistischen Sensationsjournalismus" (The Nation) eingetragen haben.
"Auge um Auge" zeigt überdeutlich die Tücken der dramatischen Einfühlung: So sind die Dialoge nicht erfunden, wie die Kritik mutmaßte. Vielmehr geben sie ‑ mit drei Ausnahmen ‑ direkte Aktenzitate oder die auf über 300 Stunden Tonband festgehaltene wörtliche Rede der von Sack befragten Zeitzeugen wieder. Das Problem: Selbst dem gutwilligen Leser erscheinen sie dennoch wie konstruiert.
Sacks Geschichte ist keine Kolportage, aber sie wirkt so. Und dieser fatale Eindruck wird durch die katastrophale Unübersichtlichkeit des Anmerkungsteils noch verstärkt. Hier hätte das Piper‑Lektorat zur Glaubwürdigkeit des Buches beitragen können. So aber verliert sich die Richtigstellung der von Lola stammenden verfehlten Analogien etwa von Auschwitz und den polnischen Internierungslagern im Unterholz. "Die Wahrheit", so Sack, "ist freilich, daß sie nur glaubte, wie die Nazis zu werden, dem aber keineswegs so war."
Für ein europäisches Lesepublikum ist "Auge um Auge" aber noch in einer weiteren Hinsicht schwer erträglich: Sacks Sprache ist unsensibel, voller Klischees und bedient sich frivoler Vergleiche. Seine Personenbeschreibungen führen gelegentlich nach Hollywood: von Humphrey Bogart bis zum Colonel aus "Die Brücke am Kwai", der im Auschwitz‑Kapitel auftaucht.
Ebenso nachdenklich macht aber die Aufnahme, die "Auge um Auge" in der deutschen Kritik erfahren hat. Warum wird die Tatsache, daß einzelne Überlebende des Holocaust Vergeltung übten, mit solcher Bestürzung aufgenommen? Schließlich ist das Bedürfnis nach Sühne und Rache für erlittenes Unrecht ein sehr menschliches Phänomen. Und wer sonst hätte je Grund zur Vergeltung gehabt, wenn nicht die jüdischen Überlebenden des Holocaust?
Bei der Rache an den Deutschen, schrieb Walter Dirks schon 1947 in den Frankfurter Heften, handle es sich um "schreckliche Folgen schrecklicher Taten". Anscheinend gerät hier aber die heimliche Vorstellung jener ins Wanken, die sich die jüdischen Opfer des nationalsozialistischen Massenmords, aber auch die Überlebenden, als willenlose, passive Geschöpfe vorstellen wollen.
Auf jeden Fall war es ein waghalsiger Schritt des Piper‑Verlags, Sacks Buch den Untertitel "Opfer des Holocaust als Täter" zu geben. Schließlich gehört zur deutschen Verarbeitungskultur die ebenso unmenschliche wie mystifizierende Forderung alle Juden müßten makellose Heilige sein. Dies freilich ist nur die zynische Logik eines umgedrehten Antisemitismus: so als könne es die deutsche Schuld an Auschwitz in irgendeiner Weise relativieren, wenn auch nur ein Jude die ausschließliche Opferrolle verläßt.
Aber auch die irregeleitete Anständigkeit jener, die Sacks Buch als revisionistische Gefahr verdammen, enthüllt eine fatale Verwandtschaft. Ewiggestrige wie eilfertige Warner scheinen beide anzunehmen, daß eine Relativierung des Holocaust überhaupt möglich sei.
Sacks Buch ist mißglückt. Gefährlich ist es aber sicher nicht. Nach dem überstürzten Rückzug des Piper‑Verlags liegt die Gefahr nun vielmehr darin, daß sich rechte Hetzer des Themas bemächtigen. Der einzige Ausweg aus diesem Verwirrspiel mit guten Absichten wird sein, daß "Auge um Auge" vernünftig lektoriert und dann doch publiziert wird.
Bis der Piper‑Verlag am 30. April die deutschen Rechte am Buch zurückgeben muß, sieht sich Sacks Agent schon einmal nach einem anderen Verlag um. Das prompte Angebot des neokonservativen Hauses Ullstein Langen Müller hat der Autor aber abgelehnt.
"Nachdem bereits die linksliberale Presse behauptet hat, daß meine Botschaft 'Juden gleich Nazis' sei", fürchtet der endlich etwas ernüchterte Sack, "würden das die Rechten wohl erst recht tun, und dann könnten die Deutschen niemals erfahren, wovon mein Buch wirklich handelt." In Polen und Italien soll "Auge um Auge" demnächst erscheinen.
Quelle: DER SPIEGEL 11 / 1995 / 222 ff ("Zu heiß zum Anfassen" von Dorothea Hauser)
Anmerkung: Zur Rolle des "Literaturpapstes" als Offizier des polnischen Geheimdienstes bei diesen Racheakten in Oberschlesien wird auf den Beitrag "Marcel Reich-Ranicki" auf dieser Homepage verwiesen.
Zu dem deutschen Titel des Buchs von John Sack ist anzumerken, daß die heute allgemein übliche Deutung von "Auge um Auge" im Sinne von Rache nicht einer korrekten Übersetzung der biblischen Quelle entspricht, sondern originär im Sinne einer gefühlsfreien zivilrechtlichen Naturalrestitution für angerichtete Schäden zu verstehen sein soll.